Pressearbeit


Die Presse ist für Ihren Zusammenschluss gleichzeitig Zielgruppe und Medium zu den anderen Zielgruppen. Durch Medienpräsenz können Sie auf Ihre Angebote, auf Veranstaltungen oder aktuelle Themen aufmerksam machen, Ihren Bekanntheitsgrad und das Image Ihres Zusammenschlusses fördern und Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufbauen.
Vor allem die Medien im regionalen Umfeld Ihres Zusammenschlusses sind für Sie wichtige Kanäle. Scheuen Sie sich nicht davor, bei spannenden Themen auch überregionale Zeitungen, Zeitschriften, Radio- oder Fernsehsender anzusprechen.


In den folgenden Abschnitten finden Sie eine Einführung in die Grundlagen der Pressearbeit sowie Anleitungen und Tipps zu Pressemitteilungen, Interviews, Berichten und Reportagen.
 

Überblick über die Medienlandschaft und Begrifflichkeiten

 


Printmedien und elektronische Medien

Prinzipiell kann man die Medienlandschaft in Printpresse und elektronische Presse gliedern.
Die Printpresse lässt sich vorrangig in Zeitungen (Erscheinen mindestens einmal wöchentlich) und Zeitschriften (Erscheinen mindestens zweimal jährlich, gebunden) unterteilen.
In Zeitungen können Sie vor allem zu aktuellen Anlässen Artikel platzieren (z.B. Ankündigung von Holzfällarbeiten, aktuelle Borkenkäferproblematik, Einladung zur Waldbesitzerversammlung). Meist gibt es selbst in den großen Tageszeitungen einen Regionalteil.

Zeitschriften haben enger definierte Zielgruppen mit meist spezifischen Interessensgebieten. Im Forstbereich zählen beispielsweise die „AFZ der Wald“, „Forst & Holz“, oder die „LWF aktuell“ zu den Zeitschriften, das Holzzentralblatt zu den Zeitungen.
Forst-Zeitschriften und -Zeitungen sind innerhalb der Branche wichtige Medien, um v.a. eine Fachleserschaft und interessierte Waldbesitzer zu erreichen.

Im Bereich der elektronischen Medien gilt es Radio, Fernsehen und online-Medien zu unterscheiden.
In Deutschland gibt es eine Vielzahl privater und öffentlicher Radiosender. Neben Sendern, die ihr Programm „on Air“ verbreiten, sendet ein wachsender Anteil zusätzlich oder ausschließlich per Internet. Viele Städte haben ihren eigenen lokalen Radiosender oder Fernsehsender. Die Redaktionen sind meist dankbar für interessante Themen aus der Region und können eine effektive Plattform darstellen. Eine Liste lokaler, landes- und bundesweiter Sender in Deutschland finden Sie unter: https://de.wikipedia.org/wiki/ Liste_deutscher_Hörfunktsender
 

Printmedien - Texttypen

Es gibt verschiedene Beitragsformen, mit denen Sie in den Printmedien präsent sein können:

Pressemitteilungen: Zu aktuellen Anlässen verfassen Sie eine Pressemitteilung, welche den Umfang von ein bis maximal zwei Seiten nicht überschreitet und hinsichtlich Aktualität und Relevanz in das Themenspektrum einer Redaktion passen sollte.
Berichte und Reportagen: Berichte und Reportagen werden i.d.R. von den Redaktionen selbst recherchiert. Sie können als Forstwirtschaftlicher Zusammenschluss jedoch Themen vorschlagen und Journalisten zu Veranstaltungen, Exkursionen, Sehenswertem etc. einladen.
Interviews: Die Inhalte eines Interviews drehen sich entweder um die befragte Persönlichkeit selbst oder der Befragte dient als Experte zu einem Thema.

Pressebilder / Fotos
In der Regel sind Bilder Bestandteil eines schriftlichen Beitrags und unterstreichen bzw. veranschaulichen die Inhalte des Artikels. Umgekehrt wecken Bilder Aufmerksamkeit und Interesse für die Inhalte des angeschlossenen Textes. Beachten Sie bei Bildern unbedingt die Bild- und Persönlichkeitsrechte.
 

Journalist, Redakteur und Ressort?

Journalist ist der Oberbegriff eines Jeden, der über eine journalistische Ausbildung verfügt.
Redakteur wird ein Journalist genannt, der in einer Redaktion angestellt ist und hier journalistische Aufgaben (Recherche, Auswahl von Beiträgen, Redigieren von Beiträgen, etc.) übernimmt.
Redaktion ist der Sammelbegriff für alle Redakteure, die in einem Printmedium, einem Radiosender, einem Fernsehsender, etc. arbeiten.
Ressort: Eine Redaktion unterteilt sich in verschiedene Ressorts, d.h. Zuständigkeitsbereiche. Möchte man einen Bericht platzieren, gilt es herauszufinden, welches Ressort der Redaktion für das Thema zuständig ist und welcher Redakteur in diesem Ressort wiederum der richtige Ansprechpartner ist.
 

Presseverteiler

Wenn Ihre Pressemitteilungen, Ihre Einladungen zu Veranstaltungen oder Vorschläge für eine Berichterstattung an die richtigen Personen gehen, haben Sie eine deutlich bessere Chance auf Veröffentlichung. Eine wesentliche Aufgabe der Pressearbeit sind deshalb das Herstellen und die Pflege von Kontakten zur Presse.

Hilfreich ist die Pflege eines Presseverteilers, idealerweise in Dateiform (z.B. in Excel, Access oder CRM-Programmen). Kontakte zu Journalisten wer- den hier dokumentiert (Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Fachressort, Name des Mediums, Zielgruppe des Mediums, Notizen zu Wissenswertem oder letzten Kontaktanlässen). Diese Daten erleichtern Ihnen die persönliche Kontaktpflege durch die
Sie bei Journalisten langfristig präsent bleiben.
 

Pressearbeit - Dokumentation

Dokumentieren Sie jeden Bericht, der über Sie in der Presse veröffentlicht wird. Sammeln Sie die Berichte in einem Ordner oder in elektronischer Form, jeweils mit Datum, Erscheinungsmedium und verantwortlichem Redakteur (sofern bekannt). Dieses Archiv gibt Ihnen einen Überblick über Ihre Presseaktivitäten. Zudem können Sie ein allgemeines Pressearchiv zu forstlichen Themen anlegen, das Sie als Informations- und Themensammlung sowie als Anregung nutzen.

 


Pressemitteilung

Tipps und Anleitungen für Ihre gelungene Pressemitteilung

Gestaltung einer Pressemitteilung
Die relevanteste Textform für Ihre Arbeit ist die Pressemitteilung (PM). Die Pressemitteilung informiert in kurzem, sachlichwertfreiem Stil über aktuelle, spannende und regional relevante Geschehnisse.
Pressemitteilungen sind im so genannten „Lead-Stil“ bzw. „Pyramidenstil“ verfasst. Ihre Kerninformationen stellen Sie an den Anfang, Hintergrund- und Rahmeninformationen platzieren Sie erst später im Text, damit wird die PM bei Bedarf von hinten kürzbar.

Allgemeines zur formalen, inhaltlichen und sprachlichen Gestaltung

 
  • Die Dachzeile (oberste Zeile) führt den Hinweis
  • Fügen Sie Datum und Ort ein.
  • Logo und Name Ihres Zusammenschlusses: Absender auf den ersten Blick ersichtlich.
  • Die Überschrift, der „Hingucker“, soll Interesse, Neugier wecken, bei Bedarf eine Unter-Überschrift: Die zentralen Inhalte in einem Satz.
  • Die PM klärt bereits zu Beginn die fünf „W-Fragen“ (wer, was, wo, wann, warum).
  • Schreiben Sie die PM in der Gegenwarts- form bzw. in der Zeitform des Perfekt.
  • Verwenden Sie einen möglichst aktiven, dynamischen Wortschatz.
  • Quellen und Zitate machen die Pressemitteilung abwechslungsreich und glaubwürdig.
  • Emotionale Aussagen können als direktes bzw. indirektes Zitat in die PM eingebaut werden.
  • Eine PM enthält möglichst ein bis zwei Fotos mit Bildunterschrift und Quellen- bzw. Urheberangaben. Fotos werden im Anhang oder per Downloadlink mitgeschickt.
  • Eine PM enthält immer einen Ansprechpartner mit Kontaktdaten (Name, Telefon, E-Mail).
  • Die Länge einer PM beträgt ein bis maximal zwei Seiten.


Tipps für Überschriften - Headlines
Die Überschrift sollte beim Leser Interesse und Neugier wecken und zum Weiterlesen animieren. Bei längeren Pressemitteilungen können Sie zusätzlich eine Dachzeile (Unter-Überschrift) einfügen.

Hier ein paar Tipps am Beispiel „Sturmwurfaufarbeitung“ zur Formulierung der Überschrift:
 

  • Eine Frage stellen („Wer ist schneller – Borkenkäfer oder Waldbesitzer?“).
  • Emotionale Aussagen (hier er- laubt!) („Waldbesitzer im verzweifel- ten Kampf gegen die Sturmfolgen“).
  • Einen Rat / Aufruf herausgeben („Waldbesit- zer zu schnellem Handeln aufgerufen!“).
  • Erzählen, Bildliches („Wettlauf um die Zeit, Sturmwurfaufarbeitung drängt.“ bzw. „Sägenrattern gegen den Käfer“).
  • Vergleiche, Gegenüberstellungen, Alliterationen („Waldbesitzer im Kampf gegen Zehttausende Käfer“ bzw. „Friedas Folgen – von Fichten, Forstschädlingen und Fraßschäden“).


Textkörper
Der Textkörper sollte kurz und prägnant die relevanten Fakten darstellen. Das Wichtigste kommt zu Beginn. Ein so genannter „Leadsatz“ (bzw. „Leadabsatz“) kann hierbei dienlich sein.

Achten Sie darauf, dass Sie im Text alle wesentlichen W-Fragen beantworten:
Um wen geht es, wer sind die relevanten Personen? Um was geht es?
Wann hat das stattgefunden / wird es stattfinden?
Wo findet / fand das Ereignis statt?
Warum findet etwas statt, wird etwas passieren, ist etwas vorgefallen?
Wie kann dem entgegengewirkt werden, wie wird etwas ablaufen?

Layout

In der Regel verschicken Sie Ihre PM per Mail. Sollten Sie diese doch einmal postalisch versenden, achten Sie besonders auf das Layout (Erscheinungsbild):
 

  • Wählen Sie eine gut lesbare Schriftgröße (mindestens 12-er Schrift) und Schriftart.
  • Verfassen Sie die Pressemitteilung in einem 1,5-er bis 2,0-er Zeilenabstand, das erhöht die Lesbarkeit und ermöglicht dem Journalisten, zwischen den Zeilen Kommentare einzufügen.
  • Lassen Sie rechts etwas mehr Rand, um dem Journalisten Platz für redaktionelle Anmerkungen zu geben (ca. 5 – 7cm).


Versenden der Pressemitteilung
Fragen Sie bei der Redaktion nach, wann dort Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist, Ihre Pressemitteilung sollte auf jeden Fall vorher dort eingehen (oft ist 16:00 Uhr Redaktionsschluss für Tageszeitungen). In der Regel versenden Sie Ihre Pressemitteilung so früh wie möglich per E-Mail. Wichtig ist, dass Sie bereits in der Betreffzeile kurz, prägnant und interessant benennen, worum es geht (Thema). Die Betreffzeile sollte die Aufmerksamkeit des Journalisten wecken. Wenn Sie eine Pressemitteilung mehreren Zeitungen zukommen lassen wollen, schicken Sie sie über die „Blind Copy“ – Funktion (BCC) Ihres E-Mail Programmes. Sie selbst als Absender müssen auf jeden Fall sichtbar sein (wenn möglich mit Signatur).

Kontrollieren Sie vor Versenden der Nachricht, ob (wenn vorhanden) der Anhang beigefügt ist.
Bilder schicken Sie idealerweise als Downloadlink. Veröffentlichen Sie die Pressemitteilung zusätzlich auf dem Internetauftritt Ihres Forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses. Telefonieren Sie Ihrer PM nicht hinterher, versuchen Sie es bei Nichtveröffentlichung einfach das nächste mal wieder.
 
Pressemappe


Informationen zu Ihrer Organisation und Ihren Inhalten kompakt gebündelt
In einer Pressemappe werden alle Informationen rund um Ihren Zusammenschluss gesammelt und gebündelt an die Journalisten weitergegeben (z.B. Pressemitteilung, Informationsmaterial, Flyer). Eine Pressemappe wird meist zu besonderen Anlässen verteilt, wie einer Messe, einer Pressefahrt, größeren Veranstaltungen, einer Pressekonferenz oder auf Anfrage durch die Presse (bei Berichterstattung).
Der professionelle Eindruck Ihrer Mappe ist wichtig. Mappe und Inhalte sollten einheitlich im gleichen Layout (Farben, Schriftarten, Blattaufteilung, etc.) gehalten sein und das Corporate Design Ihres Zusammenschlusses widerspiegeln. Idealerweise können Sie die Mappe per Post in einem DIN A4 Umschlag versenden (Karton-, Kunststoff oder Furnierholzmappe). Natürlich können Sie Ihre Informationen auch auf einem USB-Stick oder einer Daten-CD bereithalten. Hier sollten Sie darauf achten, dass der Datenträger mit dem Aufdruck Ihres Logos und Ihrer Bezeichnung versehen ist.

Folgende Unterlagen gehören in eine Pressemappe:
 

  • Flyer und Kurzprofil Ihres Zusammenschlusses (Mitgliedschaft, Angebotsspektrum),
  • Visitenkarte des Ansprechpartners für Pressefragen in Ihrem Zusammenschluss,
  • aktuelle Pressemitteilung (sofern ein entsprechender Anlass vorliegt),
  • Geschäftsbericht bzw. Jahresbericht.

 


Noch mehr Anregungen?

 

Im Projekt KomSilva wurde ein Pressehandbuch für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse erstellt. Hier finden Sie nicht nur Tipps und Tricks kompakt zusammengefasst, sondern auch viele Musterpressemiteilungen zu forstlichen Themen.
 

KomSilva Pressehandbuch